Am 25. Juli 2026 ist unser Sportfreund und Vater Peter Cruse im Alter von 91 Jahren leider verstorben.

Sein Weg zum Berg- und Orientierungssport begann früh. Durch seine Eltern bereits mit dem Bergsteigen und Klettern vertraut, schloss er sich 1955 gemeinsam mit Ehefrau Helga der Sektion Wandern und Bergsteigen von Lok Leipzig Mitte an. Die Sächsische Schweiz wurde zunächst zu ihrem bevorzugten Klettergebiet. Wenig später kam eine Sportart hinzu, die sein weiteres Leben nachhaltig prägen sollte: der Orientierungslauf, der damals gerade aus Skandinavien in unsere Region gelangte.

Ab 1960 nahm Peter Cruse am Wettkampfbetrieb im Orientierungslauf teil und gehörte damit zu den Pionieren dieser Sportart in der DDR. In den Anfangsjahren startete man noch in Zweiermannschaften, häufig gemeinsam mit Achim Zemanek oder Lothar Dietze. Mit der zunehmenden Entwicklung und Popularität des Orientierungslaufs wurde auch er zu einem engagierten und erfolgreichen Orientierungsläufer. Seine sportliche Laufbahn führte ihn schließlich sogar zu internationalen Einsätzen für die DDR-Nationalmannschaft.

Eine ganz besondere Bedeutung erlangte er durch seine Arbeit als Kartenaufnehmer und Kartenzeichner. Über viele Jahre war er im Raum Leipzig federführend bei der Herstellung von Orientierungslaufkarten. Was heute mit moderner Technik selbstverständlich erscheint, war damals eine anspruchsvolle und zeitaufwendige Handarbeit: Die Karten wurden mit Tusche auf Folien für die verschiedenen Farben am Lichtkasten gezeichnet. Seiner Genauigkeit und seinem großen Engagement verdanken wir zahlreiche Karten, unter anderem von der Dübener und Dahlener Heide sowie dem Thümmlitzwald.

Auch als Bahnleger setzte Peter Maßstäbe. Über viele Jahre übernahm er die Bahnlegung für den traditionsreichen Heide-Orientierungslauf, der erstmals 1961 ausgetragen wurde, ebenso für mehrere Messe-Cups der Messestädte Europas sowie für die DDR-Meisterschaften 1973 in Dahlen. Ein besonderer Höhepunkt seines sportlichen Wirkens war zweifellos seine Nominierung zum Bahnleger der in der DDR ausgetragenen 3. Weltmeisterschaften im Orientierungslauf 1970, wo er die Staffelbahnlegung übernahm. Diese anspruchsvolle Aufgabe erfüllte er mit der ihm eigenen Gewissenhaftigkeit und Akribie. Seine Arbeit wurde von den internationalen Wettkämpfern anerkannt und gelobt und schließlich auch entsprechend ausgezeichnet.

Über viele Jahre leitete Peter Cruse die Gruppe Orientierungslauf des Vereins Lok Leipzig Mitte und prägte damit nicht nur die sportliche Entwicklung, sondern auch das Vereinsleben. Er war einer jener Menschen, die mit großem persönlichem Einsatz dafür sorgten, dass sich der Orientierungslauf entwickeln und zu einer attraktiven und anerkannten Sportart werden konnte. So brachte er auch seine beiden Töchter Steffi und Katrin und seinen Enkel Franz zum Orientierungslauf.

Aus gesundheitlichen Gründen bestritt er im Juni 2012 seinen letzten aktiven Orientierungslauf in Chemnitz Erdmannsdorf. Dem Orientierungslauf blieb er jedoch weiterhin eng verbunden. Auch wenn er selbst nicht mehr aktiv teilnehmen konnte, verfolgte er die Entwicklung unseres Sports mit großem Interesse.

Mit Peter Cruse verlieren wir einen der Pioniere des Orientierungslaufs, einen gewissenhaften Kartenaufnehmer und Bahnleger, einen engagierten Sportfreund und einen Menschen, der unseren Sport über Jahrzehnte mitgeprägt hat.

Wir werden uns dankbar an ihn erinnern und sein Andenken für immer in Ehren halten.

Die Lebensfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet am 03.09.2026 14:30 Uhr auf dem Leipziger Südfriedhof statt.

 

Text: Katrin Cruse, Fotos: Familie Cruse